Stühle - Trendobjekt
und praktische Sitzmöbel
Der Stuhl als Möbelstück begleitet die Geschichte
der Menschheit beinahe seit ihren Anfängen. Im Laufe
der Zeit wurde aus dem einfachen und hauptsächlich
praktischen Sitzmöbel mehr und mehr auch ein
vielfach neu gestaltetes Designobjekt.
Es gab Zeiten, in denen der Stuhl eher der
Oberschicht vorbehalten war. Könige drückten durch
den Thron, die ganz besondere Art des Stuhls, ihre
Machtposition aus und auch hohe Beamte, Adlige oder
Kirchenoberhäupter stellten durch das Sitzen auf
einem Stuhl, also über dem einfachen Volk, welches
auf dem Boden saß, ihre gehobene Position dar.
Erst im 16. Jahrhundert kam es mehr
und mehr dazu, dass auch das einfache Volk Stühle
als Alltagsgegenstände für sich entdeckte und ins
tägliche Leben integrierten.
Parallel dazu wurde der
Stuhl begehrtes Objekt für Gestalter und Möbelbauer
und einige der so entstandenen Designobjekte haben
es als Kunstwerk bis ins Museum geschafft.
Der
Kaffeehausstuhl - Ein Klassiker geht in Serie
Besonders bekannt ist beispielsweise der erste in
Massenproduktion gefertigte Stuhl der Gebrüder
Thonet mit der Modellbezeichnung „No. 14“, der als
Klassiker der Wiener Kaffeehäuser bekannt und schon
bis 1930 ca. 50 Millionen Mal produziert wurde.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren Stühle mehr
denn je begehrtes Objekt für Designer. Gerade im
Zuge des Bauhauses experimentierten sie mit den
unterschiedlichsten Materialien und Formen, wobei
vor allem Stahlrohre und kühle Materialien den
Vorzug hatten, um die klaren Formen noch zu betonen,
die für diese Zeit typisch sind.
In dieser Zeit wurde ein Designklassiker, der aus
Stahlrohr gefertigte Freischwinger, geboren. Eines
der bekanntesten Modelle ist der „MR 10“ von Mies
van der Rohe, der auch der erste wirkliche
Freischwinger war, wie wir ihn noch heute kennen.
Von
klassisch geradlinig zum organischen Stuhl - Design
In den 40er Jahren entwickelte sich beinahe parallel
in den USA der Trend hin zu organischem Design.
Dabei entstanden die unterschiedlichsten
Stuhl-Modelle vor allem aus Kunststoffen, die alle
jedoch eines gemeinsam hatten: sie hoben sich stark
von den schlichten geometrischen Formen der Stühle
der Bauhaus
Designer ab.
Besonders bekannt sind aus dieser Zeit die Stühle
des Designerpaares Charles und Ray Eames, die eine
ganze Serie organisch geformter Schalenstühle
entwickelten.
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In den 60er Jahren griffen dann auch deutsche
Designer den Trend aus den USA auf und
entwickelten ihn weiter. So entstand
beispielsweise der Bofinger-Stuhl des deutschen
Designers Helmut Bätzner, der als erster aus
einem Stück gegossener und stapelbarer
Kunststoffstuhl Geschichte schrieb.
Durch ein
besonderes Gussverfahren konnte er innerhalb
kürzester Zeit hergestellt werden und bedurfte
kaum Feinarbeit zur Fertigstellung.
Noch heute ist dieses Stuhlmodell vor allem im
Garten und für Gastronomiebetriebe sehr beliebt. |
Sie sehen, die Geschichte des Stuhles ist deutlich
interessanter, als man auf den ersten Blick annehmen
könnte.
Auf was Sie beim Kauf von Stühlen achten sollten
Neben der Optik sollte man bei der Auswahl der
passenden Sitzgelegenheiten für die eigene Wohnung
allerdings auch Kriterien wie Stabilität und
Bequemlichkeit beachten, denn nicht jedes
Designermodell eignet sich auch wirklich zum langen
sitzen!
Lassen Sie sich beim Einkauf also ruhig ausreichend
Zeit und sitzen Sie lieber einmal öfter Probe, bevor
Sie sich endgültig entscheiden. |