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Ab dem Mittelalter veränderte sich die Form der Betten und man stellte mehr und mehr
Himmelbetten her. Diese nutzte man am Tag zum Sitzen und bei Nacht mit
zugezogenem Vorhang dann zum Schlafen. Zu dieser Zeit gab es dann auch die
ersten Kissen, die mit Federn gefüllt waren und mit Haaren oder auch Wolle
gefüllte Matratzen. Nach und nach wurde die Optik der Betten immer kunstvoller.
Sie hatten geschnitzte Pfosten und waren mit reichen Verzierungen versehen. Je
nach Geldbeutel und Geschmack des Besitzers wurden die Betten immer kunstvoller.
Dieser Trend hielt sich lange und verschwand erst im Zuge der Massenproduktion
der Neuzeit wieder. Sie führte dazu, dass Betten wieder schlicht und
schnörkellos wurden, da sie so am einfachsten zu produzieren waren.
Heutzutage legt man in erster Linie Wert auf hohen Schlafkomfort und eine
ergonomisch geformte Matratze, um einen möglichst erholsamen Schlaf zu
gewährleisten.
Die Form der heutigen Betten ist eher reduziert und die wenigsten sind
verschnörkelt oder verziert. Nachdem man eine lange Zeit hauptsächlich Betten
aus Metall, oft in hochglänzender Optik, in deutschen Schlafzimmern fand, geht
der Trend wieder mehr und mehr zu Holz als bevorzugtem Material für Betten.
Natürlich hängt diese Tatsache in erster Linie mit dem allgemeinen Trend zu
natürlichen Werkstoffen zusammen, aber auch damit, dass Holz gerade im
Schlafzimmer eine sehr angenehme und gemütliche Stimmung erzeugt.
Andere Länder ... andere Betten
Auch im
Bereich der Betten stimmt durchaus der Spruch: „Andere Länder, andere Sitten!“
und Bett ist, je nach Kulturkreis, nicht gleich Bett. Ganz im Gegenteil: Die
kulturellen Unterschiede sind teilweise durchaus gravierend.
Der Futon
In Japan
zum Beispiel ist der Futon die klassische Schlafstätte – wobei man die dortige
Ausführung nicht mit dem vergleichen kann, was wir in unseren Breiten unter
Futon verstehen (bei uns besteht auch ein Futon immer aus einem Bettgestell mit
Matratze). In Japan ist der Futon eine Matte aus verschiedenen Schichten
Baumwolle, die direkt auf den Fußboden gelegt wird. Im Gegensatz zur
europäischen Variante ist das Original aufgrund seiner Beschaffenheit sehr
pflegeaufwändig und muss täglich gelüftet werden. Traditionell werden die Futons
dann tagsüber in einem Schrank verstaut, was sich wohl in erster Linie durch das
geringe Platzangebot in japanischen Wohnungen erklärt.
Der Charpai
In Indien
ist die traditionelle Schlafstätte der Charpai – ein Holzgestell, dessen
Liegefläche aus Schnüren bzw. Bändern gewoben wird. Da diese Variante nicht sehr
bequem ist, wurden und werden die Charpais in Indien oft mit farbenfrohen
Tüchern oder Fotokissen bedeckt.
Der Kang
In China
hingegen kennt man den Kang – das so genannte Ofenbett. Es wird auf einem System
aus Rohren gebaut, die die Wärme der Feuerstelle leiten und hält so eine
konstante Temperatur von ca. 40°C. Das Ofenbett wird gleichzeitig von mehreren
Personen eines Haushaltes genutzt. Im Normalfall schläft der älteste Mann des
Haushaltes mit seiner Frau an der Stelle, die der Feuerstelle am nächsten ist,
danach folgen alle weiteren Familienmitglieder nach Generationen.
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